Jessica Hagy erklärt mal eben infografisch die Welt

Beim Frühstück kritzelt Jessica Hagy kleine, geniale Grafiken auf Karteikarten. Ihr Blog hat sich damit inzwischen zum viralen Hit entwickelt.

Wie man interessanter wird…
Lebenshilfe von Jessica Hagys
Mini-Grafiken

Ihr Blog ist ein viraler Internet-Hit, das Buch ein Bestseller. Die ehemalige Texterin hat offensichtlich verinnerlicht, was Jay-Zs Weisheit „dumb it down to double your dollars“ bedeutet: Wie Jessica Hagy mit pointierten 2D-Kreisdiagrammen kluge Geschichten erzählt.

Wie man interessanter wird... Lebenshilfe von Jessica Hagys Mini-Grafiken

Die Zeit, in der man morgens an seinem Kaffee nippt, gehört bei den meisten Menschen zu den Unproduktivsten des Tages. Etwas in der Zeitung blättern vielleicht, das erste Mal E-Mails checken, den Tag im Kopf durchgehen. Jessica Hagy macht etwas anderes. Sie kritzelt kleine geistreiche Grafiken auf Karteikarten, die Lebensweisheiten enthalten. Übersetzt lesen sie sich ein bisschen wie die 10 Gebote der Jessica Hagy: Man solle zum Beispiel offen sein, sich nicht von technischen Geräten abhängig machen, nicht angeben und ein Hobby verfolgen.

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Was klein anfing, wurde zu einem großen Erfolg, seit Jessica Hagy 2006 ihr erstes kleines Kunstwerk auf ihren Blog „Indexed“ stellte. Später folgte ihre wöchentliche „How to be interesting“-Kolumne auf Forbes.com, die mit 1,4 Millionen Lesern zum viralen Internet-Erfolg wurde.  Daraus wurde das etwas andere Ratgeber-Buch „How to be interesting (in 10 simple steps)“, das im März 2013 veröffentlicht wurde. Die zweite Auflage wird bereits gedruckt.

Die 34-Jährige aus Seattle beschreibt ihren Arbeitsrhythmus so simpel, wie ihre Grafiken aussehen: „Ich kritzele jeden Tag etwas und stelle das regelmäßig online. Seit sechs Jahren zeichne ich jetzt schon Diagramme, mittlerweile denke ich schon in der visuellen Grammatik von Grafiken.“ Dabei ist Jessica Hagy keine ausgebildete Grafik-Designerin, sondern Texterin. Nach dem College arbeitete sie als Copywriter in Werbeagenturen. Über diese Erfahrung sagt sie: „Die Arbeit in Werbeagenturen macht einen zynisch. Entweder man wird introvertiert, oder man wird da reingesaugt.“ Deshalb entschied sie sich für ein weiterführendes Studium der Wirtschaftswissenschaften, wo „endlich die logische und visuelle Seite meines Hirns“ gefordert wurde. Tatsächlich beweist Jessica Hagy mit ihren geschickt umgesetzten Konzepten nicht nur Humor, sondern auch ein ausgeprägtes Gefühl für visuelles Storytelling.

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Dass 2D-Kreisdiagramme noch irgendwen hinter seinem Smartphone hervor locken, erklärt Jessica Hagy so: „Visuelles hilft uns auf eine andere Art, Ideen zu begreifen, die ein Textblock einfach nicht liefern kann. Wenn wir Worte und Bilder mischen können, ist das viel interessanter und überzeugender.“ Dabei solle man dem Leser eine gewisse Intelligenz zugestehen und prägnant statt wortreich sein, so rege man die Vorstellungskraft des Lesers an. Und weil Jessica für jede Lebenssituation einen guten Rat per Grafik parat hat, versäumt sie es auch nicht, uns gutes Storytelling zu erklären:

Es stellt Ideen auf eine neue Art vor.

Es weckt Emotionen.

Es regt die Fantasie des Lesers an.

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Jessica Hagy hat ihre übers Web entstandene Berühmtheit geholfen, finanziell unabhängig als Freelancer zu arbeiten:. „Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass das Internet mir erlaubt, als kreativer Söldner mein Geld zu verdienen.“ Inspiration findet sie in den kleinen Dingen des Lebens, zum Beispiel wenn sie sich fragt, was für eine Geschichte hinter dem Apfel aus dem Supermarkt steckt. „An jeder Ecke gibt es etwas zu hinterfragen.“ Wenn man es nur noch so schön einfach zu Papier bringen könnte. lg

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